DVB-T bezeichnet die digitale Übertragung von Fernsehsignalen. Der Standard, der 2003 sukzessive eingeführt wurde, soll bis Ende 2010 die herkömmliche analoge Übertragung ersetzen. Ausgeschrieben bedeutet das Kürzel „Digital Video Broadcasting Terrestrial“ zu deutsch ungefähr Digitaler terrestrischer Video-Rundfunk. Es gibt mehrere Standards für die digitale Übertragung von Fernsehsignalen. Neben DVB-T werden auf der Welt auch die Standards ATSC (USA, Kanada, Mexiko), ISDB-T (Japan) und DTMB (China) eingesetzt. DVB-T wird vorwiegend in Europa und Australien verwendet.

Je nach lokalem Sprachgebrauch wird dieselbe Technik unterschiedlich bezeichnet, im Vereinigten Königreich beispielsweise „Digital Terrestrial Television“ (DTT) oder in Spanien „Television Digital Terrestre“ (TDT).

Wieso die Umstellung auf DVB-T?

Technisch erfolgt die Umsetzung von DVB-T durch die bessere Ausnutzung der vorhandenen Frequenzbänder. Wie beim alten analogen terrestrischen Fernsehempfang werden auch bei DVB-T die UHF- und VHF-Kanäle genutzt. Pro Kanal lassen sich abhängig von der jeweiligen Datenrate jedoch nicht mehr nur ein Sender, sondern zwischen drei und sechs, in der Praxis meist vier, empfangen.

Oft hört man in Zusammenhang mit DVB-T den Begriff „Überall-Fernsehen“. Dieser suggeriert eine deutschlandweite Empfangsmöglichkeit. Gesetzlich vorgeschrieben ist aber lediglich der deutschlandweite Empfang der öffentlich-rechtlichen Sender über eine Dachantenne. Aufgrund von topologischen Gegebenheiten kann der Empfang von Sendern aus dem privatrechtlichen Bereich oder – falls nur eine Zimmerantenne vorhanden ist – stark eingeschränkt oder sogar unmöglich sein. Somit kann man DVB-T nur bedingt als Überall-Fernsehen bezeichnen.

Was sind die Vorteile von DVB-T?

  • Durch die bessere Ausnutzung der Frequenzbänder und Kompression lassen sich bis zu zwei Dutzend Sender empfangen.
  • Die Bildqualität ist verglichen mit bisherigem analogem terrestrischen Empfang bedeutend besser.
  • Die Ausstrahlung von hochauflösenden Inhalten (HDTV) ist möglich, findet aber derzeit über DVB-T noch nicht statt.
  • Hörfunkübertragung (Radio) möglich (zzt. in Berlin realisiert)
  • Keine laufenden Kosten: Sie zahlen lediglich den Anschaffungspreis für den Receiver und ggf. eine Antenne.

Gibt es auch Nachteile?

  • Der digitale Empfang kann durch viele Faktoren gestört werden. Folgen sind dann stehende Bilder oder Klötzchenbildung während der Übertragung.
  • Die Versorgung mit Sendern per DVB-T variiert sehr stark. In weniger gut versorgten Gebieten ist ein Empfang nur mit eine r aktiven oder stationären Dachantenne möglich. Das relativiert den Beinamen „Überall-Fernsehen“ stark.
  • Analoge TV-Geräte können die digitalen Signale nicht verarbeiten. Daher ist ein geeigneter Empfänger nötig. Dieser ist in den meisten Fällen als extern anzuschließende Set-Top-Box ausgeführt, jedoch existieren auch „versteckbare“ Varianten für den rückwärtigen Scartanschluss vieler Fernseher. Für PCs oder Laptops gibt es kleine Empfänger in Form eines Sticks für die USB-Buchse. Oft sind in neue Geräte bereits entsprechende Empfänger eingebaut.
  • In vielen Fällen ist die eingesetzte Kompression so stark bzw. die zur Verfügung stehende Bandbreite so gering, dass das Bild sichtbar schlechter als bei digitalem Kabelempfang oder Sat-Empfang, aber auch oft schlechter als bei analogem Kabelfernsehen ist.
  • Durch die nötige Kompression auf der Senderseite und die dann folgende Dekompression auf der Empfängerseite entsteht eine Zeitverzögerung, die vor allem bei Live-Übertragungen stören kann.
  • Da sich digitale Signale recht einfach verschlüsseln lassen, befürchten viele eine nachträgliche Verschlüsselung ehemals frei empfangbarer Angebote.

Was brauche ich, um DVB-T zu empfangen?

Wenn das TV-Gerät noch keinen eingebauten Empfänger für DVB-T hat, wird lediglich eine Set Top-Box benötigt, die die digitalen Signale verarbeitet und für das TV-Gerät entsprechend aufbereitet.

Zusätzlich wird noch je nach Region eine Zimmer- oder Dachantenne benötigt. Ansonsten kommen bis auf die GEZ-Gebühren keine laufenden Kosten auf Sie zu.