Sitcoms entwickelten sich aus den amerikanischen Hörfunksendungen in den 1930er und 1940er Jahren und werden im Fernsehen meist als Serie ausgestrahlt. „Sitcom“ steht für Situationscomedy und beschreibt das Geschehen treffend – eine Sitcom zeichnet sich durch die humorvolle Auseinandersetzung mit der vorliegenden Situation aus. Die Sitcom unterscheidet sich von einer Comedyserie, wie sie in Deutschland gezeigt werden, in der Weise, dass nicht nur Sketche und Gags aneinandergereiht, sondern Gags, Pointen und andere komische Momente in einer dramatischen Handlung versponnen werden.
Guckkasten - Bühnen und andere Drehorte
Die meisten Sitcoms werden in einer sogenannten Guckkasten-Bühne aufgenommen – Innenräume, bei denen die vierte Wand herausgenommen wird, sodass man in den Raum hineingucken kann. Im unteren Bereich des Fernsehbildes werden häufig Zuschauer drapiert, sodass das Gefühl entsteht, dass die TV-Serie während einer Live-Theater-Aufführung aufgenommen wurde. Einzelne Gags werden durch das Gelächter des „Publikums“ – den „laugh track“ - untermalt. Oftmals werden Sitcoms auch tatsächlich mit Zuschauern aufgezeichnet und das Original-Gelächter und die Geräuschskulisse wie auch Zwischenrufe übernommen.
Einige Sitcoms werden hingegen auch im Studio und auch im Außenbereich gedreht wie beispielsweise „King of Queens“, wo sowohl im kompletten Haus des Ehepaares Doug und Carrie Heffernan als auch in den Wohnungen von deren Freunden, in der Anwaltskanzlei von Carrie, an dem Arbeitsplatz von Doug sowie in dessen ips-Truck und auch an anderen, verschiedenen Plätzen Manhattans und Queens als auch anderswo gedreht wird. In der Regel sind die Sitcoms jedoch auf einige wenige Drehplätze beschränkt.
Aufbau einer Sitcom
Sitcoms folgen ansonsten dem Aufbau einer Serie. Sie sind in einzelne Folgen, die meist allerdings deutlich kürzer sind als TV-Serien, aufgeteilt. Mehrere Folgen ergeben eine Staffel. Zudem zeichnen sie sich durch ein Grundprinzip aus, das nicht geändert wird – so beispielsweise die Hauptdarsteller. Eine Folge wird meist durch den Prolog, eine kurze Szene, die mit einem Gag endet, eingeleitet, in dem das Thema der Folge vorgestellt wird. Meist kommt im Anschluss der Vorspann mit der Titelmusik, in dem die Hauptdarsteller vorgestellt werden. Im Anschluss folgt die eigentliche Handlung und schließlich der Abspann. Im Vergleich zu einer klassischen TV-Serie haben die einzelnen Folgen zwar einen Bezug zueinander, auf Cliffhanger wird allerdings meist verzichtet.
Sitcoms der 1990er Jahre
Ihren Höhepunkt erlebten die Sitcoms Mitte der 1990er Jahre mit Sitcoms wie „Hör mal, wer da hämmert“, „Friends“ oder auch „Seinfeld“. Als erste Sitcom, die als „Erfinder“ der Sitcom zählt, gilt „I love Lucky“. Wie auch aus anderen TV-Serien gingen auch aus Sitcoms einige Schauspieler hervor – so beispielsweise Robin Williams aus „Mork vom Ork“, Danny DeVito aus „Taxi“, Michael J. Fox aus „Familienbande“, Will Smith aus „Der Prinz von Bel Air“ oder auch Jennifer Aniston aus „Friends“. Und auch heute noch erfreuen sich Sitcoms großer Beliebtheit, so beispielsweise „Two and a half men“ oder auch „Immer wieder Jim“.