Daily Soaps, die im Deutschen auch als „Seifenoper“ bezeichnet werden, erhielten ihren Namen durch ihren Ursprung. Denn Geldgeber der amerikanischen Daily Soaps waren vor allem Waschmittelkonzerne, die ihre Produkte in den Serien effektiv bewerben wollten. So vor allem Procter & Gamble, die allein im Jahr 1939 22 Radioserien produzierten, die wiederum die Vorgänger der Daily Soaps im TV waren. Die erste Seifenoper im TV entstand 1947: „A Woman to Remember“. Bis 1961 verdrängten die Soaps im TV die Radiosendungen komplett.
Guiding Light (Springfield Story): die älteste Daily Soap
Die älteste Daily Soap, die noch heute läuft, ist „Guiding Light“. In Deutschland läuft sie unter dem Titel „Springfield Story“. Sie entsprang der 1937 bei NBC Radio laufenden Sendungen, die von Procter & Gamble finanziert wurde. In den 1940er Jahren herrschte noch das Bild der klassischen Rollenverteilung vor. Das heißt, dass der der Mann arbeitete und die Frau sich als Hausfrau um Haus und Kinder kümmerte. Daher war die Zielgruppe vor allem die Hausfrau, die am Vormittag zu Hause war. Inhalt waren meist Familiengeschichten und andere typische Frauenthemen.
Daily Soaps: tägliches Programm
In Europa haben sich die Daily Soaps seit Ende der 1960er Jahre etabliert. Daily Soaps werden, wie der Name schon verrät, in der Regel täglich gesendet. Das unterscheidet sie von der klassischen Serie, die die wöchentlich gezeigt werden. Zudem sind sie unbegrenzt. Während Serien heute allgemein in einer meist festgelegten Anzahl von Staffeln, die aus meist um die zwanzig einzelnen Folgen bestehen, ausgestrahlt werden, laufen Daily Soaps oft über Jahre oder auch Jahrzehnte. Die Handlung wird dabei stetig während des Drehs weitergeschrieben. Außerdem zeichnen sich die meisten Daily Soaps durch einen recht häufigen Wechsel unter den Schauspielern aus, die einfach nach einigen Jahren des täglichen Drehens einen Wechsel brauchen oder wollen und sich anderen Projekten widmen.
Aufgrund der geringen Zeit, die für den Dreh einer Folge zur Verfügung steht, wird hauptsächlich im Innenbereich und im Studio gedreht. Zudem müssen alle Szenen auf Anhieb „sitzen“, da die Szenen nicht x-mal gedreht werden können. So kommt es auch, dass die Daily Soaps meist den Ruf haben, von schlechter Qualität zu sein. Dieses liegt auch daran, dass oft improvisiert werden muss, wenn beispielsweise ein Schauspieler erkrankt ist und eine Woche nicht mitdrehen kann. So muss das Drehbuch für diese komplette Woche umgeschrieben werden, sodass man ohne den entsprechenden Schauspieler auskommt.
Storylines und Cliffhanger
Im Gegensatz zu einer Serie werden bei der Daily Soap meist mehrere verschiedene Handlungsstränge, die Storylines, gleichzeitig verfolgt. Diese können unterschiedlich lange dauern und befinden sich meist an verschiedenen Schauplätzen. Während sich der eine Handlungsstrang entfaltet, ist der zweite bereits seit mehreren Folgen aktiv und ein anderer endet, sodass die Zuschauer immer einen Grund haben, die nächste Folge zu sehen. Am Ende einer Folge wird meist ein sogenannter Cliffhanger eingesetzt. Das heißt, dass das Ende bis zur nächsten Folge offen bleibt und man so die Zuschauer animieren will, die nächste Folge zu sehen.
Immer mittendrin statt nur dabei…
Da es bei einer Daily Soap schnell dazu kommt, dass die Zuschauer mal eine Folge verpassen, ist die Erzählzeit sehr langsam, sodass man auch nach einer verpassten Folge schnell wieder in der Handlung drin ist. In einigen Daily Soaps entsprechen die Folgen einer genau festgelegten Echtzeit. Bei „Unter Uns“ beispielsweise dauert ein Tag maximal drei Folgen.
Daily Soaps – Urgesteine im deutschen Fernsehen
Die wohl bekannteste und auch älteste deutsche Daily Soap ist „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, welche seit 1992 täglich abends von zwanzig vor acht bis viertel nach acht läuft. Selbst wer die Serie nicht verfolgt, dem ist Jo Gerner ein Begriff, der von Wolfgang Bahro gespielt wird und schon seit den frühen Serienjahren dabei ist. Ebenso die beiden Schauspieler Lisa Riecken und Frank Thomas Mende, die seit der ersten Staffel dabei sind und Clemens Richter und Elisabeth Meinhart spielen.
Ebenso lange läuft „Marienhof“, gefolgt von „Unter Uns“, das seit 1994 und „Verbotene Liebe“, die seit 1995 läuft. Etwas neuer ist „Alles was zählt“. Diese Daily Soap läuft seit 2006 welche direkt vor „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bei RTL.
Viele Schauspieler und auch Sänger nutzen die Daily Soaps als Karriere-Sprungbrett, so beispielsweise Jeannette Biedermann, Yvonne Catterfeld und einige andere.
Bekannte Daily Soaps: