Dokumentationen oder auch Dokumentarfilme oder Dokumentarsendungen gehören zu der Gattung von Bildmaterial, die sich mit tatsächlichem Geschehen beschäftigen. Im Vergleich zu Spielfilmen gehören in der Regel keine Schauspieler dazu, die für ihr Mitwirken eine Gage bekommen. In der heutigen Zeit gibt es nicht mehr nur den reinen Dokumentationsfilm, sondern auch teilweise beliebte sogenannte Dokusoaps und Dokudramen.
Die geschichtliche Entwicklung
Dokumentarfilme sind eigentlich das älteste Material an bewegten Bildern. Die ersten Filme zeigten das Ankommen eines Zuges oder eine anlegendes Boot. Es wurden alltägliche Vorgänge gezeigt. Der erste richtige Dokumentarfilm wurde durch den Österreicher Rudolf Pöch erstellt in den Jahren 1901 bis 1906. Er filmte in Bild sowie auch Ton die Urvölker Neuguineas. In den 20ern entstand der erste lange Dokumentarfilm über das Leben der Inuit. Schon damals nahm der Regisseur allerdings zahlreiche Anweisungen und Inszenierungen vor, die besser in das Bild der Zuschauer passten. In der Zeit des Dritten Reiches wurden die Wochenschauen eine wichtige Tradition des Dokumentarfilms. Jedoch wurden hier viele wahre Szenen nachgestellt. Zudem nutzte der Nationalsozialismus auch viele Filme zur reinen Propaganda.
Grundlegende Züge
Der reine Dokumentarfilm soll die Realität zeigen und darstellen, er soll authentisch sein. Die Grundlage bildet eine journalistische und auch wissenschaftlich geprägte Recherche. Der wahre Dokumentarfilmer steckt aber in einem Zwiespalt. Durch die Anwesenheit einer Filmkamera beziehungsweise eines Filmteams wird immer Einfluss auf die gezeigte Lage genommen. Gute Dokumentationen zeigen jedoch den Grad der Beeinflussung mit geeigneten Mitteln auf. Neben der möglichst natürlichen Darstellung der Situation geht es auch darum die Repräsentativität der gezeigten Szenen aufzuzeigen. Gute Kommentare durch den Dokumentarfilmer weisen den Zuschauer darauf hin.
Die Entwicklung von Unterarten
Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten sich die Richtungen Direct Cinema und auch Cinéma Vérité. Ersteres steht für das reine Beobachten, Cinéma Vérité dagegen stand für die aktive Provokation und Einmischung der Kamera. In den 1960ern bekam der Dokumentarfilm politisches Gewicht. Er wurde oft für politische Zwecke eingesetzt. Ebenso kamen in den 50ern ersten Tierfilmerin den Fokus der Öffentlichkeit. Heinz Sielmann oder auch Bernhard Grzimek oder Jacques-Yves Cousteau machten die ersten viel beachteten Tierdokumentationen.
Natürlich haben sich auch bei den Dokumentarfilmen besondere Arten von Filmen gebildet. Der Kompilationsfilm besteht aus bereits vorhandenem Material, das für den Film neu zusammengeschnitten wurde. Der Essayfilm arbeitet mit einem Sprecher aus dem Off, der entgegen der sonstigen Vorgaben, besonders auf seine subjektive Eindrücke und Schlussfolgerungen eingeht. Bei einer Mockumentary ist die Dokumentation nur vorgetäuscht. Sie ist eigentlich eher eine Parodie auf Dokumentationen. Die Pseudo-Doku dagegen imitiert den Dokumentarfilm.
Das Dokudrama ist eine Mischung aus Spielfilm und Dokumentation. Tatsächliche Ereignisse werden in diesem Genre von Schauspielern nachgestellt. Dazu werden Augenzeugenberichte und Bilder gezeigt. Neben der objektiven Sicht, werden beim Dokudrama auch die subjektiven Erlebnisse der Zeugen mit eingebunden.
Die Dokusoap ist eine Dokumentationsserie, die ähnlich einer Soapopera ein breites Publikum erreichen will und mehr dem Mainstreamcharakter entspricht.